Paketkarten: Das Porto

Grundsätzlich gibt es zwei Arten der Portoermittlung für Auslandspakete:

1. UPU-Standardpaket

Für Pakete, deren Gewicht unterhalb einer gewissen Grenze liegt, wurden zwischen den Mitgliedsländern des Weltpostvereins (UPU) feste Portosätze vereinbart. In der Regel lag diese Grenze bei 5 kg, in einigen Ländern – vor allem in der UPU-Frühzeit – auch darunter.

Die Portosätze wurden allerdings nicht willkürlich festgelegt, sondern nach einer festen Regel berechnet. Es galt:

  • Für jedes beteiligte Land: 0,50 Goldfranken
  • Für jeden Seetransport: 0,25 Goldfranken

Pakete in direkt angrenzende Länder kosteten also den Gegenwert von 1 Goldfranken, lag ein Seeweg dazwischen, erhöhte sich das Porto auf 1,25 Goldfranken. Wurde das Paket durch mehrere Länder transportiert, stieg das Porto entsprechend. Für den lange Zeit im Deutschen Reich gültigen Wechselkurs von 80 Pf pro Goldfranken ergeben sich folgende Beispiele:

  • Deutschland-Schweiz: 2 Nachbarländer -> Porto: 80 Pf
  • Deutschland-Schweden: 2 Nachbarländer mit Seetransport -> Porto: 1 M
  • Deutschland-Spanien: 3 Länder beteiligt: -> Porto: 1,20 M

2. Schwere Pakete

Für Pakete, die schwerer als das UPU-Höchstgewicht waren, wurden sie als Frachstück behandelt, und es mussten die Portosätze aus den Inlandsporti aller beteiligten Länder errechnet werden. Hinzu kamen Kosten für den Seetransport, die stark vom gewählten Leitweg abhängig waren. Da Pakete in der Regel von privaten Reedereien befördert wurden, konnten sich auch hierdurch Unterschiede im Porto ergeben.

Die gleiche Berechnungsweise galt auch für Länder, die (noch) nicht dem Weltpostverein beigetreten waren. Vor der Grundung der UPU wurden die Portosätze zwischen zwei Ländern in bilateralen Postverträgen geregelt.

Wie leicht zu erkennen ist, konnte die Berechnung des Portos für enfernte Destinationen sehr kompliziert werden. Glücklicherweise war dies für Pakete in die Schweiz noch einigermaßen überschaubar, weshalb die Portosätze in der Regel auch ohne aufwendige Literatur-Recherche nachzuvollziehen sind.

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